Stadt Wien-Umweltschutz – naturnah für die Artenvielfalt

Im Garten, auf Wiesen oder anderen Grünflächen – der Natur Raum geben

Biodiversität lebt ja schon wortwörtlich von der Vielfalt und die Stadt Wien-Umweltschutz will dies auch in die Herzen der Wienerinnen und Wiener bringen. Ein englischer Rasen, mag zwar gepflegt erscheinen, bietet aber weder Nahrung für Falter und Bienen, noch Raum für Igel oder bodenbrütende Vögel. Mähroboter, die alles kurz und klein halten, sind der Artenvielfalt im Garten nicht zuträglich und können Igel und Co. schwer verletzten.

Wer im Garten die Artenvielfalt fördern möchte, sollte auf heimische Gehölze, Gräser und Kräuter zurückgreifen. Auch Bio-Gemüse gedeiht prächtig, wenn die bestäubenden Insekten dessen Blüten entdeckt haben. Es gibt inzwischen auch vielerorts Bienen- oder Schmetterlingsblumenmischungen fertig zu kaufen – hier aber auch auf den Ursprung achten, regionales Saatgut wäre wichtig. Gerade Wildbienen sind … wichtig … Ab und zu in einer Ecke eine Brennnessel stehen zu lassen, nützt den Raupen heimischer Falter als Nahrung, etwa dem Tagpfauenauge oder dem Admiral. 

Die Stadt Wien trägt auch selbst zur Artenvielfalt bei und legt selbst laufend naturnahe Wiesen an – von der Gürtelwiese über die Schmetterlingswiese im Donaupark bis zu naturnahen Wiesenbeeten in Parks und Wohnhausanlagen von Wiener Wohnen.

Artenvielfalt bedeutet auch Naturerlebnis, der Stadt würde ohne ein paar Farbtupfer in der Wiese, ohne Insektengesumme oder Vogelgezwitscher bestimmt einiges an Lebensqualität abhandenkommen.

Mitmachen und den Wert der Wiener Wiesen kennen lernen

Wiesen sind wertvolle Lebensräume für teils sehr spezialisierte Pflanzen- und Tierarten. In Wien gibt es unterschiedliche Wiesentypen – von der Trockenwiese, bis zur Feuchtwiese. Damit die typischen Eigenschaften der Wiesen erhalten bleiben, ist eine besondere Pflege erforderlich. Die Stadt Wien-Umweltschutz bietet im Rahmen des INTERREG V-A SK-AT-Projekts CITY NATURE, das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert wird, Artenexkursionen und Wiesenpflegeaktionen an. Alle Naturinteressierten können dabei mitmachen und die Artenvielfalt auf den Wiesen gemeinsam mit Expertinnen und Experten erkunden. 

Alle Termine und Anmeldemöglichkeiten finden sich auf der Homepage des Projekts unter www.city-nature.eu/termine

Beim gemeinsam mit der Stadt Bratislava (Mestske lesy v Bratislave) und Daphne (Institut für angewandte Ökologie) durchgeführten Projekt, stehen die Biodiversität und die Bewusstseinsbildung im Mittelpunkt. Neben der Wiesenpflege liegt ein weiterer Schwerpunkt auf österreichischer Seite bei der Förderung von gebäudebrütenden Arten, wie Fledermäusen, Mauerseglern oder Mehlschwalben.

Die Stadt Wien-Umweltschutz zeichnet „Naturnahe Grünoasen“ aus

Wer der Artenvielfalt Gutes tut und das auch gerne anderen zeigen möchte, kann seine „Naturnahe Grünoase“ mit der entsprechenden Plakette auszeichnen lassen. Seit 2008 vergibt die Stadt Wien-Umweltschutz die Auszeichnung für besonders umweltfreundlich angelegte und gepflegte Grünflächen und Begrünungen. Es soll so auf die wichtigen ökologischen Funktionen der natürlich bewirtschafteten Flächen hingewiesen werden: Mehr Insekten bedeuten auch mehr Nützlinge, wie Marienkäferlarven und mehr Nahrung für Vögel, Fledermäuse oder Igel. 

Eingereicht werden können Gärten, Kleingärten, Terrassen, Innenhof- oder Gebäudebegrünungen in Wien. Die zu erfüllenden Kriterien – etwa torffreie Erde und biologischer Dünger und Pflanzenschutz – sind unter www.naturnahe-gruenoase.wien.at abrufbar. Möglich ist die Anmeldung per Mail an nagmo@ma22.wien.gv.at oder telefonisch unter 4000 73590 bzw. ist eine Broschüre mit den Kriterien und weiteren Hinweisen unter 4000 73420 kostenlos bestellbar.
Foto: Copyright Manfred Pendl

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